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Gesundheit

Betriebliches Gesundheitsmanagement im Personalverleih nachhaltig und effizient gestalten

Publiziert: 4. Juli 2025

6 Min

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Ana Costa, Teamleiterin im Gesundheitsmanagement BVG Deutschschweiz

In einer dynamischen, dezentralisierten Organisation mit vielen Standorten, Bereichen oder Hierarchieebenen ist eines klar: Gesundheit lässt sich nicht zentral verordnen. Sie muss vor Ort gelebt und gefördert werden. Betriebliches Gesundheitsmanagement (BGM) sollte dabei kein starrer Plan sein, sondern ein flexibles System, das sich an die Vielfalt Ihrer Organisation anpasst und so die Gesundheit aller Mitarbeitenden nachhaltig stärkt.

Was ist Betriebliches Gesundheitsmanagement?

Betriebliches Gesundheitsmanagement – kurz BGM – ist weit mehr als das Bereitstellen eines Obstkorbs oder einzelner Gesundheitstage. Es handelt sich um einen strategischen, ganzheitlichen Ansatz, der darauf abzielt, die physische, psychische und soziale Gesundheit aller Mitarbeitenden systematisch zu fördern. Anders als punktuelle Gesundheitsangebote integriert ein funktionierendes BGM gesundheitsbezogene Aspekte dauerhaft in die betrieblichen Strukturen und Prozesse – also in Führung, Kommunikation, Personalentwicklung und Arbeitsgestaltung.

In komplexen oder dezentralisierten Organisationen – wie beispielsweise im Personalverleih, in denen Mitarbeitende an verschiedenen Standorten, in wechselnden Einsatzbetrieben oder in unterschiedlich strukturierten Teams tätig sind, kann das auf den ersten Blick herausfordernd wirken. Doch gerade diese Vielfalt macht ein strukturiertes und durchdachtes Vorgehen besonders wichtig. Ein effektives BGM schafft verbindliche Grundprinzipien, definiert Rollen und Zuständigkeiten und ermöglicht zugleich flexible Lösungen, die den unterschiedlichen Arbeitsbereichen gerecht werden. Dabei verfolgt es ein zentrales Ziel: Rahmenbedingungen zu schaffen, die gesundes und nachhaltiges Arbeiten langfristig ermöglichen – für alle Mitarbeitenden, unabhängig von Einsatzort oder Funktion.

Wissenschaftliche Modelle bieten eine wertvolle Grundlage, um diesen Ansatz zu strukturieren. So betont das salutogenetische Modell zum Beispiel, wie wichtig es ist, sich auf die Faktoren zu konzentrieren, die Menschen gesund erhalten. Dazu zählen eine klare Kommunikation, Orientierung und die Möglichkeit, aktiv Einfluss auf die eigene Arbeit zu nehmen.

Ergänzt wird dieser Ansatz durch ressourcenorientierte Perspektiven, die auf Resilienz, Stressbewältigung und individuelle Stärken abzielen, sowie durch partizipative Konzepte, die Mitarbeitende aktiv in die Entwicklung von Gesundheitsmassnahmen einbeziehen. Im systemischen Ansatz wird das Unternehmen als Ganzes betrachtet: Gesundheit wird nicht einer Abteilung „zugewiesen“, sondern als gemeinsames Anliegen verstanden, das alle betrifft – von der Geschäftsleitung bis zur operativen Ebene.

Die Vorteile von BGM für Unternehmen

Die Entscheidung, in Gesundheitsförderung zu investieren, ist nicht nur sozial, sondern auch wirtschaftlich sinnvoll. Zahlreiche Studien belegen, dass gezielte BGM Massnahmen Absenzen reduzieren, die Produktivität steigern und die Motivation der Mitarbeitenden erhöhen können. In einem angespannten Arbeitsmarkt ist Gesundheit ein entscheidender Wettbewerbsfaktor: Organisationen, die sich glaubwürdig um das Wohlbefinden ihrer Mitarbeitenden kümmern, wirken attraktiver auf potenzielle Bewerbende und stärken gleichzeitig die Loyalität der bereits Beschäftigten.

Für dezentralisierte Organisationen bedeutet das: Ein einheitlich verstandenes BGM kann dazu beitragen, eine verbindende Kultur zu schaffen – auch über unterschiedliche Standorte oder Strukturen hinweg. Es bietet eine gemeinsame Sprache rund um das Thema Gesundheit und ermöglicht es, Werte wie Wertschätzung, Verantwortung und Achtsamkeit im Arbeitsalltag zu verankern. Gleichzeitig verbessert ein funktionierendes Gesundheitsmanagement die Steuerbarkeit gesundheitlicher Risiken, etwa im Hinblick auf psychische Belastung, chronische Erkrankungen oder Berufsunfälle.

Der Mehrwert zeigt sich aber nicht nur in messbaren Kennzahlen wie Fehlzeiten oder Fluktuation. Er wird auch in weichen Faktoren deutlich: einem verbesserten Arbeitsklima, höherer Zufriedenheit und einer gestärkten Beziehung zwischen Mitarbeitenden und Führungskräften. Gerade in Zeiten des digitalen Wandels, steigender Komplexität und unsicherer Rahmenbedingungen gewinnt dieser soziale Zusammenhalt zunehmend an Bedeutung. Ein strategisch verankertes BGM kann hier als Kompass dienen – und als Ausdruck einer modernen, verantwortungsbewussten Unternehmensführung.

Sie möchten die Gesundheit in Ihrer Organisation gezielt fördern – mit klarer Struktur, wirksamen Massnahmen und professioneller Begleitung?

Ob gezielte Massnahmen oder ein ganzheitliches BGM-Konzept: Wir unterstützen Sie dabei, individuelle Lösungen für Ihre Organisation zu entwickeln – strategisch fundiert und praxisnah.

Lassen Sie uns gemeinsam den nächsten Schritt gehen – für gesunde Mitarbeitende und eine zukunftsfähige Unternehmenskultur.

Konkrete BGM Massnahmen für komplexe Organisationen

Die Umsetzung von BGM in komplexen Strukturen erfordert ein kluges Zusammenspiel von zentraler Steuerung und dezentraler Anpassung. Es beginnt mit der Etablierung eines unternehmensweiten Gesundheitsverständnisses: Was verstehen wir unter gesunder Arbeit? Wer übernimmt Verantwortung – und wie sieht diese konkret aus? Diese Fragen sollten nicht nur im Führungskreis geklärt, sondern im gesamten Unternehmen offen kommuniziert werden.

Ein erster Schritt kann die Benennung von Gesundheitsverantwortlichen an allen Standorten sein – als direkte Ansprechpersonen, Koordinator:innen und Verbindungsglied zur zentralen BGM-Steuerung. Diese Rollen sollten mit den notwendigen Ressourcen und Qualifikationen ausgestattet werden, damit sie nicht nur verwalten, sondern aktiv gestalten können. Gleichzeitig empfiehlt sich der Aufbau eines unternehmensweiten Gesundheitsnetzwerks, in dem sich Verantwortliche austauschen, voneinander lernen und gemeinsame Standards entwickeln.

Ein weiterer zentraler Baustein ist die Qualifizierung der Führungskräfte. Sie sollten befähigt werden, gesundheitsförderlich zu führen, Belastungssignale frühzeitig zu erkennen und Mitarbeitende in kritischen Situationen wirkungsvoll zu unterstützen. Gerade in dezentralen Strukturen wirken sie als Schlüsselpersonen, die Gesundheit der Mitarbeitenden entweder gezielt fördern– oder ungewollt beeinträchtigen.

Was die konkreten Massnahmen betrifft, sollten diese sowohl digital als auch analog gestaltet werden. Online-Kurse zu Stressmanagement, digitale Check-ins zur psychischen Gesundheit, Resilienztrainings per App oder virtuelle Bewegungsangebote bieten maximale Flexibilität und lassen sich standortübergreifend umsetzen. Ergänzt werden können sie durch regionale Gesundheitstage, Workshops zu mentaler Stärke oder individuelle Coaching-Angebote – angepasst an die Bedürfnisse der jeweiligen Teams.

Darüber hinaus spielt die Zusammenarbeit mit externen Fachexperten wie uns eine wichtige Rolle. Sie können Angebote bereitstellen, bei der Identifikation von Ressourcen und Gesundheitsrisiken unterstützen sowie wertvolle Impulse für neue Projekte geben. Entscheidend ist, dass alle Massnahmen aufeinander abgestimmt sind, transparent kommuniziert werden und auf eine langfristige Verankerung im Unternehmen abzielen.

Ebenso bedeutend ist ein strukturiertes Monitoring: Welche Massnahmen werden genutzt? Wie zufrieden sind die Mitarbeitenden damit? Gibt es Veränderungen in der Belastungssituation? Besonders essenziell ist dabei ein partizipativer Ansatz, bei dem die Mitarbeitenden aktiv im Prozess involviert sind. Ihre Rückmeldungen sind unerlässlich, um die Angebote bedarfsgerecht weiterzuentwickeln und ihre Wirkung sichtbar zu machen.

Am Ende hängt der Erfolg eines BGM in komplexen Organisationen nicht von einzelnen Massnahmen ab, sondern von der Fähigkeit, Gesundheit als Querschnittsthema zu denken – verankert in die Unternehmensstrategie, getragen von den Führungskräften und lebendig gelebt durch die Mitarbeitenden selbst.

Strategien für ein wirksames BGM in komplexen Organisationen

1. Systemisch denken, lokal handeln

Entwickeln Sie ein zentrales Gesundheitsleitbild mit einheitlichen Zielen und ermöglichen Sie die individuelle Umsetzung vor Ort. Beispiel: Alle Standorte bieten Stressprävention an – jedoch in unterschiedlichen Formaten wie Workshops, Apps oder Coachings.

2. BGM- Verantwortliche einbinden

Ernennen Sie BGM-Verantwortliche oder Gesundheitsbotschafter für jeden Standort oder Bereich. Diese koordinieren lokale Aktivitäten, sammeln Feedback und fungieren als Bindeglied zur zentralen Steuerung.

3. Kommunikation strukturieren

Richten Sie eine zentrale BGM-Plattform mit Materialien, aktuellen News und Ansprechpartnern ein und etablieren Sie regelmässige digitale Austauschformate (z. B. Gesundheits-Calls, Newsletter oder Online-Sprechstunden).

4. Führungskräfte schulen

Führung hat grossen Einfluss auf die Gesundheit der Mitarbeitenden. Schulen Sie Führungskräfte in:
• Gesundheitsförderlicher Kommunikation
• Frühzeitigen Erkennen von Überlastung
• Umgang mit psychischen Belastungen im Team

5. Digitalisierung gezielt nutzen

Digitale Tools wie Umfragen, Apps, Lernplattformen, digitale Gesundheitschecks oder Online-Coachings ermöglichen skalierbare Lösungen mit minimalem Aufwand. Wichtig dabei: einfache Bedienbarkeit und Mehrsprachigkeit.

6. Evaluation & Feedback

Setzen Sie auf datenbasierte Steuerung: Regelmässige Umfragen, Kennzahlen zu Absenzen sowie Feedbackrunden mit Mitarbeitenden. So können Sie gezielt nachsteuern und den Erfahrungsaustausch zwischen den Standorten fördern.

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Ana Costa

Teamleiterin im Gesundheitsmanagement BVG Deutschschweiz

Als Teamleiterin im Gesundheitsmanagement BVG begleitet Ana Unternehmen und Mitarbeitende auf dem Weg zu mehr Wohlbefinden und Leistungsfähigkeit. Mit einem Bachelor in Gesundheitsförderung und Prävention sowie EMBA in Arbeits- und Organisationspsychologie entwickelt sie praxisorientierte Strategien zur Stressbewältigung, Resilienzförderung und stärkt die Voraussetzungen für eine gute Gesundheit.

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